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Sprüche & Lieder

 

 

 

Der Herbst

 

Nun heben an zu klagen die Hügel, Tal und Feld,

es bringt viel Missbehagen des rauhen Windes Kält',

es fallen falbe Blätter und schweben in der Luft;

denn Schnee und Winterwetter der Nordenstürmer ruft.

 

Die reifen Früchte fallen, wenn man sie nicht nimmt ab,

die alten Menschen wallen hin zu dem alten Grab.

das, was hat zugenommen bis auf gewisse Zeit,

muss zu dem Ende kommen in dieser Eitelkeit.

 

Wann wir die Äxte sehen den Bäumen angesetzt,

so ist es bald geschehen, dass er, dadurch verletzt,

zu der entfärbten Erden sich neigend bricht und kracht,

und muss er endlich werden dem Feuer zugebracht.

 

So lasset uns bedenken bei dieser Herbsteszeit,

wie alle Ding' erkranken und zu dem Tod bereit.

dass wir noch länger leben, dass Alles nicht ist aus,

hat Gottes Gnad' gegeben hier in dem Erdenhaus.

                     Georg Philipp Harsdörffer (1607-1658)

 

 

 

 

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