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Unsere Gemeinde in Zahlen im Jahre 2008
Gemeindeglieder per 28.12.08: 1440 (31.12.2007: 1460) Taufen: 40 (2007: 19)
Konfirmationen: 13 (2007: 1) Jubelhochzeiten: 22 Beerdigungen: 25 (2007: 21) Kircheneintritte: 1 Kirchenaustritte: 3
Das große Kreuz in unserer Kirche Gleich neben dem Altar befindet sich ein großes Kreuz. Fast kann man erschrecken: Denn man sieht, daß der Schnitzer auch das Blut mit dargestellt hat, das Jesus aus den Wunden an Händen und Füßen und an der Seite unterhalb der Rippen herausfließt. Diese Kreuz erinnert uns zuerst daran, daß Jesus Christus vor fast 2000 Jahren an einem Freitag im Frühjahr des Jahres 30 unschuldig eine der grausamsten Todesstrafen, die Menschen sich je ausgedacht haben, erleiden mußte. Kreuzigung - das bedeutete auf qualvolle Weise ersticken oder verdursten zu müssen. Für uns Christen ist aber klar: Jesus Christus hat damit die Strafe erlitten, die wir Menschen verdient hätten. Er teilt unser Leid und unsere Angst, unsere Schmerzen. Diese Botschaft, diese Erklärung des Kreuzes kann man seit 1959 unter der Kanzel der Seiffener Kirche in den Worten aus Jesaja 53 lesen: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen, die Strafe liegt auf ihm auf das wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt." Wir wissen nicht genau, wann dieses große Kreuz in der Seiffener Kirche entstanden ist, vielleicht in einer Zeit der Pest im Nachbarland Böhmen, als die Angst in den Dörfern Sachsens umging, daß die Krankheit auch hierher kommen könnte? Vielleicht in einer Hungersnot? Oder gar schon im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648, als auch in Seiffen viele Menschen, die wegen ihres evangelischen Glaubens vertrieben wurden, Zuflucht fanden? Ganz sicher aber ist: Der Meister, der es hergestellt hat, der wußte: Jesus Christus hat für uns gelitten, darum bin ich in meinem Leiden und in meiner Angst nicht mehr allein. Und Jesus Christus ist am Ostermorgen auferstanden - darauf verweist die Sonne über dem Kopf von Jesus. Er ist der Sieger über Leiden und Tod. Deshalb kann ich mich an ihn halten. Die Glasleuchter unserer Kirche In den zurückliegenden Tagen haben sie wieder reichlich Dienst getan, immer wieder hat Matthias Kaden umsichtig dafür gesorgt, daß sie leuchten konnten: Die vier prächtigen Glasleuchter in unserer Kirche. Der älteste dieser Leuchter hängt über dem Taufstein. Er ist wahrscheinlich um 1670 in der Seiffener Glashütte gefertigt worden, die damals zu den berühmtesten in ganz Sachsen gehörte. 1779 jedenfalls wird uns in der Kirchenrechnung berichtet, dass 5 Groschen ausgegeben wurden, um "den großen Hauptleuchter in der Kirche zu scheuern und auszuputzen, da er wohl in 100 Jahren nicht kann gescheuert worden sein, als er in die neue Kirche aufgehangen worden...“ Um 1843 wurden in den damals teilweise defekten Leuchter Teile eines anderen ebenso alten Leuchters eingefügt, so dass unser heutiger Leuchter eigentlich aus zwei alten Leuchtern besteht. Besonders genau angeschaut haben sich diesen Leuchter die Seiffener Holzdrechsler. Sie haben sehr oft Holzleuchter hergestellt, die genau die gleiche Form haben wie der Glasleuchter, aber bunt bemalt und oft vergoldet sind. Wegen ihrer acht geschwungenen Arme, die ein bischen an Spinnenbeine erinnern, nennt man sie die "Seiffener Spinnen". Die anderen drei Leuchter der Kirche wurden der Gemeinde 1784, 1815 und 1884 geschenkt. Sie sind in unserem Nachbarland Böhmen gefertigt. Der jüngste Leuchter hängt vor der Orgel und wurde 1884 vom Seiffener Männerchor bezahlt. Unsere Orgel feiert ihren 135. Geburtstag Seit 1798 stand in unserer Kirche eine kleine gebrauchte Orgel. Sie war eigentlich zu klein und zu schwach, man hörte sie kaum, wenn die Leute die Lieder im Gottesdienst sangen. So faßte man 1872 den Entschluß, eine neue Orgel bauen zu lassen. In einer großen Zeitung wurde damals bekanntgegeben, dass in Seiffen eine neue Orgel zu bauen ist. Viele Orgelbauer aus Sachsen meldeten sich darauf hin: Z.B. Orgelbauer Schmeißer Rochlitz, Jehmlich aus Dresden, Bärmig aus Werdau und viele andere. Den Auftrag aber bekam die Orgelbaufirma Gebrüder Poppe aus Stadtroda in Thüringen. In deren Werkstatt ist die Orgel schon ordentlich vorbereitet, als sie am 2. Juli 1873 in Seiffen eintrifft. In nur 6 Wochen ist sie aufgestellt und gestimmt und kann daraufhin am 14. August 1873 feierlich geweiht werden. Die Gebrüder Poppe erhalten für die Orgel am 15. August 1873 den Betrag von 1088 Talern, wobei von ortsansässigen Handwerkern noch viele Nebenleistung en erbracht werden, die auch noch einmal über 200 Taler kosten. Weil die Seiffener Orgel offenbar gut gelungen war, bekamen die Gebrüder Poppe 1874 auch den Auftrag, eine Orgel für die Kirche in Oberneuschönberg zu bauen. Unsere Orgel wurde 1913, 1959, 1983 und zuletzt 1999 gründlich überholt und instandgesetzt. Da Pfarrer Härtel den während des 1. Weltkriegs geforderten Ausbau von Orgelpfeifen zur Abgabe für die Waffenherstellung einfach nicht in Auftrag gab und hartnäckig leugnete, dass in der Orgel Pfeifen aus Zinn seien, ist uns das Grundregister Prinzipal 8' bis heute erhalten geblieben. Lassen Sie sich also immer wieder herzlich einladen, den Klang unserer Orgel zu hören. Unsere Glocken Bei einer Begegnung anläßlich eines Geburtstages gab mir unser alter Seiffener Zeichenlehrer Horst Schubert die Anregung, doch einmal etwas über die Glocken unserer Kirche zu schreiben. Das will ich nun gern versuchen. Die allerersten Glocken gab es schon vor über 3000 Jahren in China, auch im alten Rom waren Glocken bekannt. In der uns heute vertrauten Weise gibt es sie seit 9. Jahrhundert. Glocken bestehen normalerweise aus Bronze, einer Metalllegierung aus ca. 78 % Kupfer und 22 Prozent Zinn. In den letzten 150 Jahren hat man immer wieder einmal Versuche gemacht, Glocken auch aus anderem Material, etwa aus Stahl oder Eisenhartguß herzustellen. Recht kompliziert ist das Verfahren der Glockenherstellung: Wie Friedrich Schiller in seinem "Lied von der Glocke" schreibt, wird dazu in der Erde aus Lehm eine Form gebrannt, in dann das 1100 ° heiße, flüssige Metall hineingegossen wird. Traditionell erfolgt der Glockenguß freitags gegen 15 Uhr zur Erinnerung an die Sterbestunde Jesu. In der Regel mehrere Wochen werden abgewartet, erst dann kann die Glockenform zerschlagen werden und es zeigt sich, ob der Guß gelungen ist. Je größer und schwerer eine Glocke ist, desto tiefer ist der Ton, den sie von sich gibt. Oft sind in die Glocken Inschriften eingegossen. Zwei Beispiele seien genannt: "Dich ruft mein Ton zum Dienst des Herrn und zählt die Stunden deines Lebens, o, folge ihrem Rufe gern, so lebst du diese nicht vergebens." (St. Annenkirche, Annaberg) "Der Ton fällt nur ins Ohr, das Wort ins Herzens Acker, halts wert, so find der Feind euch munter und auch wacker." (große Glocke der Stadtkirche Zöblitz, 1710) In der Regel hängen auf jedem Kirchturm mehrere, oft drei Glocken. In einer Läuteordnung ist ihre Funktion genau festgelegt: Normalerweise ist die große Glocke die Ewigkeitsglocke, die mittlere die Gebetsglocke und die kleine Taufglocke. In Seiffen ist das ungewöhnlicherweise etwas anders: Da ist die große Glocke die Gebetsglocke und die mittlere die sogenannte Sterbeglocke. Die Gebetsglocke, läutet in den meisten Orten 7 Uhr, 12 Uhr und 18 oder 19 Uhr. Dieses Gebetsläuten hat die ursprüngliche Funktion, Menschen dazu aufzufordern, ein Vaterunser zu beten. Dabei hatte das Mittagsgeläut eine besondere Funktion: Es wurde im 15. Jahrhundert zur Zeit der Türkenkriege eingeführt, um zum Gebet um Frieden einzuladen. In alter Zeit, als noch nicht jede Familie eine Uhr hatte, war das Geläut auch zum Herbeirufen zum Gottesdienst sehr wichtig. Heute möchte das volle Geläut zum Gottesdienstbeginn eine Einladung zum stillen Gebet sein. An den hohen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten erklingen vielerorts bereits zu sehr früher Stunde, in der Regel um 5 Uhr die Glocken. Bei Weihnachten und Ostern ist der Hintergrund klar: Die Geburt und die Auferstehung Jesu wurden in alter Zeit an der Schwelle zwischen Nacht und Morgen gedacht und deshalb auch mit einer Mette, einem Gottesdienst zu früher Morgenstunde begangen. Das hat man offenbar dann einfach auch auf das Pfingstfest übertragen. Doch noch einmal zu den Seiffener Glocken: Die heute von unserer Kirche erklingen, sind schon die vierten, die auf dem Turm ihren Platz fanden. 1779 wurden zunächst die sehr kleinen Glocken der alten Kirche übernommen, bis 1790 neue Glocken gegossen werden konnten.Auch sie waren noch sehr bescheiden, sie wogen zusammen nur 200 kg. 1849 zerbrach beim Läuten am Karfreitag die große Glocke. Noch im gleichen Jahr konnte die Kirche ein neues Geläut bekommen, dessen Glocken immerhin 747 kg wogen.Leider mußte die beiden größeren Glocken 1917 abgenommen werden. Sie wurden eingeschmolzen und das Material für die Herstellung von Waffen für den 1. Weltkrieg mißbraucht. Bis 1920 wurde nur noch mit der kleinen Glocke geläutet. 1920 schenkte dann der Fabrikbesitzer Theodor Morgenstern der Kirche drei neue Glocken, die bis heute läuten. Sie erklingen auf den Tönen h - d – e und wurden 1919 in Bochum gegossen. Sie wiegen 340, 230 und 145 kg (zusammen also 715 kg, ihr unterer Durchmesser beträgt 910, 798 bzw, 680 mm. Sie kosteten damals 3575 Mark. Ihr Nachteil ist, dass sie nicht aus Bronze, sondern aus Gussstahl bestehen. Während Bronzeglocken über viele Jahrhunderte halten, können Stahl- und Eisengussglocken nach etwa 80 bis 100 Jahren stark von innen zu rosten anfangen und dadurch sogar zerspringen. Wir wissen nicht genau, ob das auch bei unseren Glocken so ist, die Fachleute raten uns aber, uns darauf einzustellen. Eines ist noch zu berichten: Die alte kleine Glocke unserer Kirche, die 1849 mitgegossen und als einzige den 1. Weltkrieg überdauerte, stand noch einige Jahrzehnte auf dem Kirchenboden. Seit 1957 läutet sie in Lauterbach bei Marienberg auf dem kleinen Turm der alten Wehrkirche. Dort kann man sie bis heute hören.
Informationen zur Geschichte
unserer Kirche im PDF-Format (5 Seiten) Bilder und Geschichten von Besuchern unserer Kirche Unsere Kirche wird
jährlich von Tausenden Besuchern aus aller Welt besichtigt, fotografiert und
auch nachgebaut.
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